Die Teufelsmauer ist ein wirklich tolles Ziel zum Wandern im Harz. So hohe Felsen wie den Königstein, das Hamburger Wappen oder den Großvaterfelsen hätte ich hier nicht erwartet. Ich war dort und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser für einen Urlaub an der Teufelsmauer.
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Teufelsmauer Königstein bei Weddersleben
Der Königstein bei Weddersleben gehört zu den markantesten Felsformationen der ganzen Teufelsmauer. Die Sandsteinwand erhebt sich über dem nördlichen Harzvorland und bildet gemeinsam mit den Mittelsteinen und Papensteinen einen besonders eindrucksvollen Abschnitt der rund 20 Kilometer langen Felskette. Wenn du nach dem Postkartenmotiv der Teufelsmauer suchst, kommt du zum Königstein bei Weddersleben. Er ist der bekannteste Felsen. Zusammen mit dem Harznordrand wurde dieser Bereich im Jahr 2006 als eines der wichtigsten Nationalen Geotope Deutschlands ausgezeichnet.
Das Besondere am Königstein: Du musst keine lange Wanderung unternehmen, um die Felsen aus nächster Nähe zu erleben. Vom Wanderparkplatz an der Landesstraße L240 erreichst du den Felsen auf einem kurzen Fußweg. Oben erwartet dich ein Aussichtspunkt mit Blick auf Weddersleben, das grüne Band der Bode und die Landschaft am Harzrand. Auch geschichtlich ist der Königstein interessant. Johann Wolfgang von Goethe beschäftigte sich hier bereits im Jahr 1784 mit der Geologie der Sandsteinfelsen. Heute kannst du den Besuch mit einer Wanderung zu den benachbarten Mittelsteinen und Papensteinen verbinden.
Wo Goethe forschte
Der Königstein war schon lange vor dem heutigen Wandertourismus ein interessantes Ziel. Im September 1784 besuchte Johann Wolfgang von Goethe gemeinsam mit dem Maler Georg Melchior Kraus die Teufelsmauer bei Weddersleben. Goethe beschäftigte sich mit den geologischen Besonderheiten der Felsen. Die ungewöhnlichen Gesteinsformationen waren für Naturforscher seiner Zeit besonders interessant, weil sie Hinweise auf die Entstehung und Veränderung der Landschaft lieferten.
Vom Steinbruch zum geschützten Naturdenkmal
Heute ist es kaum vorstellbar, dass die Sandsteinfelsen früher als Baumaterial genutzt wurden. Der harte Sandstein war begehrt. In Weddersleben wurde beispielsweise die Kirche 1714 mit Steinen aus der Teufelsmauer errichtet. Der Abbau gefährdete jedoch die außergewöhnliche Felslandschaft. Deshalb wurde 1833 durch den preußischen Landrat Friedrich Ludwig Weyhe ein Verbot des Abbaus von Steinen und Sand an der Teufelsmauer erlassen.
Auch später musste der Schutz der Felsen immer wieder geschützt werden. Heute ist die Landschaft ein geschützter Lebensraum. Besonders die trockenen, nährstoffarmen Böden und die daran angepasste Pflanzenwelt reagieren empfindlich auf Trittschäden. Bleib deshalb auf den ausgewiesenen Wegen und betritt keine abgesperrten Flächen. 2006 wurde der Königstein als Nationales Geotop ausgezeichnet.
Der Königstein in der Filmgeschichte
Auch Filmschaffende haben die ungewöhnliche Kulisse genutzt. Am Königstein wurden Szenen des DEFA-Films „Hans Röckle und der Teufel“ gedreht, der 1974 veröffentlicht wurde. Die sagenhafte Felslandschaft passte gut zur Geschichte rund um den geheimnisvollen Puppenmacher Hans Röckle und seinen Pakt mit dem Teufel.
Warum heißt der Felsen Königstein?
Auch der Name des Königsteins hat einen historischen Hintergrund. Als ältere Namensform wird „Kehnstein“ überliefert. Sie wird mit dem Begriff „Verkündigungsstein“ in Verbindung gebracht. Diese Erklärung ist eine überlieferte Namensdeutung und keine zweifelsfrei gesicherte Herkunft des heutigen Namens. Gerade bei alten Flur- und Felsnamen haben sich über die Jahrhunderte verschiedene Schreibweisen und Bedeutungen entwickelt.
Die Aussichtskanzel am Königstein in Weddersleben

Das beste Erlebnis am Königstein wartet direkt an der Felswand auf dich. Über einen kurzen Zuweg erreichst du eine kleine, perfekt in die Klippen integrierte Aussichtskanzel. Wenn du hier oben stehst, befindest du dich direkt neben den mächtigen, steilen Wänden des Königsteins. Du schaust hinab auf den kleinen Ort Weddersleben und blickst über das Harzvorland und das grüne Band der Bode hinüber Richtung Bodetal. Am schönsten ist dieser Moment am späten Nachmittag oder kurz vor dem Sonnenuntergang. Wenn das warme, flache Licht die schroffen Risse des Sandsteins anstrahlt und der Fels in einem rötlichen Gold leuchtet, ist die Stimmung hier oben einfach unbeschreiblich friedlich – so ähnlich wie beim Altschlossfelsen, wo das Licht an einem bestimmten Tag durch ein Felsspalt scheint.
Stempelstelle 188 der Harzer Wandernadel
Wenn du Wanderstempel sammelst, kannst du den Besuch des Königsteins mit der Stempelstelle 188 der Harzer Wandernadel verbinden. Sie liegt im Bereich der Teufelsmauer bei Weddersleben. Der Stempel lässt sich gut in eine Wanderung rund um Königstein, Mittelsteine und Papensteine einbauen. Du musst also keine große Tour unternehmen, um den Besuch mit einer Stempelstation zu verbinden.
Wissenswertes für Besucher
Zum Königstein kommst du ganz entspannt über einen einfachen Spaziergang. Stell dein Auto am besten auf dem offiziellen Teufelsmauer-Parkplatz am Ortsrand von Neinstedt ab, von wo aus der Weg gut ausgeschildert ist. Vor Ort solltest du unbedingt auf den Wegen bleiben und die Absperrungen beachten, da die dünne Sandschicht am Boden seltene Pflanzen wie den Silbergrasrasen beheimatet, der extrem empfindlich gegen Tritte ist.
Wie kommt man zum Königstein?
Die Anreise zum Königstein ist einfach. Du stellst dein Auto auf dem offiziellen Parkplatz am Ortsrand von Neinstedt ab. Am Parkplatz folgst du dem beschilderten Wanderweg. Der Weg führt dich ohne große Steigungen direkt an den Fuß des Felsens. Von hier geht es über ein paar Stufen hinauf zum Königsstein. Dort wanderst du entlang zum Aussichtspunkt am Königstein. Wenn du Lust hast, kannst du vom Königstein direkt weiter zu den angrenzenden Mittelsteinen und den geheimnisvollen Papensteinen wandern. So geht ist die leichte Wanderung in Weddersleben rund um den Königstein.
Karte Teufelsmauer Königstein
Lohnt sich die Teufelsmauer Königstein?
Ja, ich fand den Königstein bei Weddersleben schon sehr schön. Gerade wenn du von Quedlinburg mit dem Fahrrad hierher fährst: Auf einmal ragen diese Felsen aus dem sonst flachen Land. Du kannst das auch gut vom Zug aus sehen. Der Königstein bei Weddersleben ist besonders reizvoll, wenn du die markante Felslandschaft bei einer Wanderung erkunden und dabei auch die Mittelsteine und Papensteine entdecken möchtest. Die meisten Teufelsmauer-Besucher kommen hier zu diesem Felsen.
Wir haben aber auch die anderen Felsen der Teufelsmauer besucht, die ihren Reiz haben. Ich persönlich fand das Hamburger Wappen bei Timmenrode noch besser. Die charakteristischen Felsspitzen sind ein echter Blickfang. Und wenn du gern etwas spektakulär wandern möchtest, ist der Großvaterfelsen bei Blankenburg eine gute Wahl: Der Aufstieg über Felsstufen und Eisenleitern ist ein schönes Abenteuer. Schau dir am besten vor deinem Ausflug die Bilder an und entscheide, was für dich die lohnendste Wanderung an der Teufelsmauer ist.
Bilder Teufelsmauer Königstein




Weitere Tipps
- das sind die besten Teufelsmauer Wanderungen
- beliebtes Hamburger Wappen
- noch cooler ist das Felsenlabyrinth und die Adersbacher Felsenstadt
Häufige Fragen zur Teufelsmauer Königstein
Der Königstein liegt bei Weddersleben zwischen Neinstedt und Weddersleben im nördlichen Harzvorland. Er ist Teil der Teufelsmauer und befindet sich in einem Felsabschnitt mit den benachbarten Mittelsteinen und Papensteinen.
Am einfachsten startest du am Wanderparkplatz an der L240 zwischen Neinstedt und Weddersleben. Von dort führt ein kurzer Fußweg über Stufen hinauf zu den Felsen und zum Aussichtspunkt.
Nein, der Königstein ist frei zugänglich.
Johann Wolfgang von Goethe besuchte die Gegend im September 1784 gemeinsam mit dem Maler Georg Melchior Kraus. Er interessierte sich für die geologischen Besonderheiten der Sandsteinformationen. Ein Gedenkstein erinnert an den Besuch.

