Die Teufelsmauer ist ein wirklich tolles Ziel zum Wandern im Harz. So hohe Felsen wie den Königstein, das Hamburger Wappen oder den Großvaterfelsen hätte ich hier nicht erwartet. Ich war dort und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser für einen Urlaub an der Teufelsmauer.
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Hamburger Wappen im Harz – die Drei Zinnen bei Timmenrode
Drei spitze Sandsteinfelsen ragen aus dem Wald und erinnern an die Türme einer Burg: Das Hamburger Wappen im Harz ist eine der markantesten Felsformationen der Teufelsmauer. Du findest die sogenannten Drei Zinnen bei Timmenrode, einem Ortsteil von Blankenburg. Doch nicht nur diese Felsen sind sehenswert: Rund um die Formation liegen kleine Höhlen, ein auffälliger Felddurchbruch und steile, in den Sandstein gehauene Stufen. Zu einigen dieser Orte gibt es spannende Geschichten, die bis heute weitererzählt werden.
Das Hamburger Wappen liegt auf etwa 252 Metern Höhe und gehört zu den bekannten Abschnitten der Teufelsmauer im Harz. Wer nur die drei Felsspitzen fotografiert, übersieht leicht, was sich direkt darunter und daneben verbirgt: die Kuhställe, das Teufelsloch und die Rittertreppe. Außerdem befindet sich hier die Stempelstelle 74 der Harzer Wandernadel.



Hamburger Wappen: Warum heißen die Felsen so?
Der Name erklärt sich beim Blick auf die drei Felsspitzen. Sie erinnern an die Türme im Wappen der Hansestadt Hamburg. Ganz exakt ist die Ähnlichkeit natürlich nicht – aber die gezackte Silhouette ist so markant, dass sich der Name eingebürgert hat. Die Felsgruppe wird übrigens auch Drei Zinnen genannt.
Die Sandsteinformation ist Teil der Teufelsmauer, die sich über ungefähr 20 Kilometer durch das nördliche Harzvorland zieht. Ihre Entstehung reicht in die Kreidezeit zurück. Damals lagerten sich Sand und andere Sedimente ab, die im Laufe langer Zeit zu Gestein verfestigt wurden. Später wurden die Schichten durch tektonische Kräfte aufgerichtet. Weil die härteren Sandsteine der Erosion besser standhielten als das umliegende weichere Material, blieben sie als markante Felsen stehen.
Am Fuß der südlichen Felsseite findest du außerdem eine Tafel mit dem Hamburger Stadtwappen. Sie wurde anläßlich der 800 Jahr-Feier von Timmenrode mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hamburg angebracht und erinnert an die Verbindung zwischen dem Namen der Felsen und dem Wappen der Hansestadt.
Die Zinnentreppe: 15 Stufen im Sandstein
Wenn du dir die Felsen aus der Nähe anschaust, entdeckst du auf der Nordseite die Zinnentreppe. Die Stufen wurden in den Sandstein gehauen. Insgesamt sind es 15 Stufen. Es ist ein schmaler, steiler Auftieg zwischen den Felsen. Der Aufstieg ist aber keine gewöhnliche Treppe. Es ist eher ein bißchen zum Klettern. Schmal und eng ist der Aufstieg und daher nicht für jeden Wanderer geeignet. Schau dir das an und verzichte auf den Aufstieg, wenn du dich unsicher fühlst.
Die Kuhställe: Höhlen und Nischen im Fels


Unterhalb des Hamburger Wappens liegt ein kleiner felsiger Kessel. An seiner Südseite befinden sich die Kuhställe, zwei Höhlen im Sandstein. Sie sind nicht mit einer großen Schauhöhle zu vergleichen: Es handelt sich um natürliche beziehungsweise durch menschliche Nutzung möglicherweise veränderte Hohlräume im Fels.
Warum sie Kuhställe heißen, liegt nahe: Der Name lässt vermuten, dass hier früher Tiere untergestellt wurden oder Menschen mit ihrem Vieh Schutz suchten. Sicher belegt ist diese Deutung jedoch nicht. Als weitere mögliche Erklärung wird der Abbau von Scheuersand genannt. Das feine, abrasive Material wurde früher zum Reinigen und Scheuern verwendet. Ob und in welchem Umfang die Höhlen dadurch entstanden oder erweitert wurden, ist nicht abschließend geklärt.
Heute kannst du durch die schattigen Felsöffnungen spazieren, den extrem feinen Sand unter deinen Füßen spüren und die bizarren Gesteinsstrukturen bewundern. Wir fanden sie sehr schön. Achte beim Erkunden darauf, auf den zugänglichen Wegen zu bleiben und keine brüchigen Felsbereiche zu betreten. Sandstein kann an Kanten und Vorsprüngen verwittern. Auch scheinbar stabile Felsstücke sind nicht automatisch sicher.
Das Teufelsloch: Eine Höhle mit einem Fenster im Fels

Besonders spannend ist das Teufelsloch am südöstlichen Rand des kleinen Talkessels. Von außen führt ein großer, ovaler Eingang in die Höhle. Gehst du ein Stück hinein, öffnet sich vor dir eine weitere große Öffnung in der Felswand. Sie wirkt fast wie ein Fenster mit Blick auf die Landschaft – und macht das Teufelsloch zu einem ungewöhnlichen Ort innerhalb der Teufelsmauer. Wie dieser große Durchbruch entstanden ist, ist nicht abschließend geklärt. Als Möglichkeit wird ein Einsturz von Teilen der Höhlendecke oder Seitenwand genannt.
Um die Öffnung rankt sich eine Sage mit dem Titel „Der Kuhstall an den Zinnen“. Sie erzählt von einem Hirten namens Ulrich, der seine Rinder in der Nähe des Helsunger Bruchs weidete. Als ihn ein Sommergewitter überraschte, suchte er mit seiner Herde Schutz. Ein kleines Männlein soll ihm den Weg zu einer Höhle gezeigt haben. Doch als der Hirte sich bedanken wollte, verwandelte sich der Helfer in den Teufel. Dieser verschloss den Eingang mit einem gewaltigen Stein – Hirte und Tiere saßen fest. In der Sage wurden die eingeschlossenen Bullen schließlich so wild, dass sie immer wieder gegen die Felswand stürmten. Dabei soll sich auf der anderen Seite die große Öffnung gebildet haben, durch die Ulrich entkommen konnte. Als er Hilfe aus Timmenrode holte und zurückkehrte, waren der Teufel und der Stein verschwunden.
Die Rittertreppe: Tritte an der steilen Felswand
Direkt an der Außenwand des Teufelslochs verläuft die Rittertreppe. Auch sie ist keine gewöhnliche Treppe. Sie besteht aus einzelnen Tritten, die in den Fels geschlagen wurden. Wir haben sie bei unserem Besuch nicht gesehen, du mußt wissen dass es sie gibt und direkt danach suchen. Scheinbar hat sie insgesamt 41 Tritte: zunächst 13 bis zum Felsfenster und danach weitere 28 bis zur Oberseite des Felsens. Das ist kein Spazierweg, sondern für Kletterer mit Seil! Die Treppe ist ungesichert und gilt als gefährlich. Die Tritte liegen an einer steilen Felswand, und ein Fehltritt kann schwerwiegende Folgen haben. Warum die Rittertreppe angelegt wurde, ist nicht sicher bekannt. Manchmal wird ein möglicher Zusammenhang mit einer früheren Befestigung auf dem Felsen vermutet. Ein solcher Zweck ist jedoch nicht bewiesen. Auch der Name „Rittertreppe“ ist für sich genommen kein Beleg dafür, dass hier tatsächlich Ritter hinaufgestiegen sind.
Wie kommt man zum Hamburger Wappen?
Du kannst das Hamburger Wappen nur zu Fuß erreichen. Am schnellsten geht das von Timmenrode. Hier findest du die Wegbeschreibung incl. Wanderkarte und Tourenverlauf auf meiner Seite über die Hamburger Wappen Wanderung. Für die Anfahrt findest du hier den Parkplatz Teufelsmauer Timmenrode.
Alternativ kannst du auch über den Löbbeckestieg von Blankenburg zum Hamburger Wappen wandern. Der Gratweg beginnt am Großvaterfelsen und führt über den felsigen Rücken der Teufelsmauer nach Osten bis zu den drei markanten Felsnadeln des Hamburger Wappens. Diese Wanderung ist aber deutlich anspruchsvoller als der direkte Zustieg von Timmenrode. Der Weg verläuft teilweise schmal und felsig auf dem Kamm. Alle Informationen zum Wegverlauf und zu den Anforderungen findest du in meinem Beitrag über den Löbbeckestieg – der Gratweg zwischen Großvaterfelsen und Hamburger Wappen.
Karte Hamburger Wappen
Hamburger Wappen als Filmkulisse
Die Felsen der Teufelsmauer sind auch als Filmkulisse genutzt worden. Teile des Historienfilms Der Medicus aus dem Jahr 2013 wurden am Hamburger Wappen gedreht. Auch der Märchenfilm Das singende, klingende Bäumchen nutzte die Felsen im Jahr 2016 als Drehort. Die ungewöhnliche Silhouette und die Höhlen passen gut zu Geschichten, die in einer anderen Zeit oder in einer fantastischen Welt spielen. Wenn du die Felsen besuchst, erkennst du schnell, warum sie für Filmaufnahmen interessant sind: Die Umgebung wirkt an manchen Stellen wie eine natürliche Kulisse, ohne dass dafür viel verändert werden muss.
Teufelsmauer Hamburger Wappen Bilder




Lohnt sich das Hamburger Wappen? – persönliches Fazit
Ja, ich finde das Hamburger Wappen bei Timmenrode lohnt sich wirklich. Uns haben die drei Felsnadeln sehr gefallen. So etwas haben wir im Harz nicht erwartet. Verpasse auch nich unterhalb der Zinnen die Kuhställe und das Teufelsloch mit seinem großen Felsfenster. Wenn du dir etwas mehr Zeit nimmst, entdeckst du aber zusätzliche Details und Hintergründe, die man beim schnellen Fotostopp leicht verpasst. Die steilen Kletterstufen der Rittertreppe solltest du nicht als Pflichtprogramm betrachten: Das Hamburger Wappen ist auch von den zugänglichen Wegen aus ein lohnendes Ziel. Wir haben das Hamburger Wappen verbunden mit der Wanderung über den Grat der Teufelsmauer zum berühmten Großvaterfelsen.
Häufige Fragen zum Hamburger Wappen
Das Hamburger Wappen liegt bei Timmenrode, einem Ortsteil von Blankenburg im Harz. Die Felsformation gehört zur Teufelsmauer und ist von Timmenrode aus zu Fuß erreichbar.
Die drei steil aufragenden Felsnadeln erinnern an die Türme im Wappen der Hansestadt Hamburg. Sie werden auch Drei Zinnen genannt.
Die Felsformation liegt auf ungefähr 252 Metern über Normalhöhennull.
Das Teufelsloch ist eine Höhle am südöstlichen Rand des kleinen Talkessels unterhalb des Hamburger Wappens.
Die Rittertreppe ist eine steile Stiege aus in den Fels gehauenen Tritten an der Außenwand des Teufelslochs. Sie führt über den Bereich des großen Felsfensters weiter nach oben. Der ungesicherte Aufstieg ist gefährlich und sollte nicht ohne Sicherung und entsprechende Erfahrung begangen werden.
Ja. Das Hamburger Wappen ist die Stempelstelle 74 der Harzer Wandernadel.

