Gegensteine – Die steinernen Wächter im Osten
Ganz im Osten, wo die Teufelsmauer langsam in die Ebene des Harzvorlandes ausläuft, ragen zwei Felskolosse einsam aus der Landschaft. Es sind die Gegensteine bei Ballenstedt. Sie bilden den östlichsten Ausläufer der 20 Kilometer langen Teufelsmauer. Sie bestehen aus dem Großen Gegenstein und seinem kleinen Bruder, dem Kleinen Gegenstein. Im Gegensatz zu den dicht aneinandergereihten Klippen bei Weddersleben oder Blankenburg stehen diese Sandsteinriesen völlig isoliert da und wirken wie zwei steinerne Grenzposten, die das Harzvorland bewachen.
Das Gipfelkreuz des Fürsten: Aufstieg über die historischen Felstreppen
Das Highlight an den Gegensteinen ist der Aufstieg am Großen Gegenstein. Du musst kein Alpinist sein, um hier ganz nach oben zu kommen, denn der Aufstieg ist hervorragend erschlossen. Über eine direkt in den nackten Fels geschlagene Treppe mit Geländern gelangst du Schritt für Schritt nach oben. Auf dem Gipfel stehst du direkt vor einem großen Kreuz. Dieses hat eine lange Geschichte: Es wurde bereits im Jahr 1863 im Auftrag des Fürsten von Anhalt-Bernburg auf dem Felskopf errichtet und im Jahr 1993 originalgetreu erneuert. Der Weg nach oben fordert auf den Sandsteinstufen zwar ein wenig Konzentration, ist aber dank der Sicherungen für jeden trittsicheren Wanderer ein tolles, kurzes Abenteuer.
Der Rundumblick: Von Ballenstedt bis zum Hochharz
Durch die freistehende Lage der Gegensteine hast du von hier oben eine absolut fantastische Rundumsicht. Dein Blick schweift über den kleinen Ort Ballenstedt und die weiten Felder des nördlichen Harzvorlandes. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar unglaublich weit nach Westen, vorbei an den anderen Abschnitten der Teufelsmauer, bis hin zu den hohen, dunklen Gipfeln des Hochharzes.
Wissenswertes für Besucher
Die Gegensteine sind nicht nur ein Naturwunder, sondern haben auch eine spannende jüngere Geschichte. Nördlich des Kleinen Gegensteins befand sich zu DDR-Zeiten ein großes Ausbildungsgelände der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), auf dem unter anderem Fahrschüler ihre Runden drehten. Heute geht es dort sportlich zu, denn auf dem Areal befindet sich die Schieß- und Motorsportanlage Ballenstedt. Für Wanderer sind die Felsen der Ausgangspunkt des Steigs über die gesamte Teufelsmauer: Hier startet (oder endet) der 35 Kilometer lange Teufelsmauerstieg, der alle Felsformationen der Felsenkette miteinander verbindet. Du kannst den Besuch der Gegensteine auch mit einem Ausflug zum barocken Schlossensemble und dem Schlosspark in Ballenstedt verbinden. Hier triffst du nur wenige Besucher – die sind meist beim Königsstein oder beim Hamburger Wappen.
Wie kommt man zu den Gegensteinen?
Die Anreise zu den Gegensteinen ist unkompliziert. Du erreichst die Felsen am schnellsten über eine kurze Wanderung direkt von der Ballenstedt aus. Beim Kleinen Gegenstein gibt es einen Parkplatz. Von hier bist du schnell auf dem Kleinen Gegenstein und kannst von dort weiter zum Großen Gegenstein wandern. Es ist ein gut begehbarer Weg durch die halboffene Landschaft.
