Die Teufelsmauer ist ein wirklich tolles Ziel zum Wandern im Harz. So hohe Felsen wie den Königstein, das Hamburger Wappen oder den Großvaterfelsen hätte ich hier nicht erwartet. Ich war dort und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser für einen Urlaub an der Teufelsmauer.
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Großvaterfelsen im Harz – Aussicht, Geschichte und Aufstieg
Der Großvaterfelsen in Blankenburg ist einer der markantesten Felsen der Teufelsmauer im Harz. Am westlichen Ende der rund 20 Kilometer langen Felsformation ragt der Sandstein über die Dächer von Blankenburg hinaus. Oben warten ein weiter Blick Richtung Harz, schroffe Felswände und ein Aufstieg, der deutlich anspruchsvoller ist, als es der kurze Weg vom Parkplatz zunächst vermuten lässt.
Der Großvaterfelsen gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Blankenburg. Ich finde diese Kombination aus Felsen, Aussicht und Wanderweg extrem reizvoll und empfehle dir auch den Weg über den Grat: Wer nicht nur kurz zum Aussichtspunkt möchte, kann die Tour auf dem historischen Löbbeckestieg fortsetzen und weitere Abschnitte der Teufelsmauer im Harz erkunden.
Der Großvaterfelsen – Sandsteinfelsen über Blankenburg
Der Großvaterfelsen liegt auf etwa 317 Metern über dem Meeresspiegel und bildet den westlichen Abschluss des bekannten Felsenzugs bei Blankenburg. Da sich seine steilen, zerklüfteten Sandsteinwände von den bewaldeten Hängen abheben, wirkt der Felsen von unten wie eine natürliche Aussichtskanzel.
Geologisch gehört er zur Teufelsmauer, einer außergewöhnlichen Felsformation aus der Oberkreide. Ihre Entstehung reicht ungefähr 85 Millionen Jahre zurück. Durch tektonische Bewegungen wurden Gesteinsschichten aufgerichtet. Über lange Zeiträume trugen Wind, Wasser und andere natürliche Kräfte die weicheren Schichten ab. Die widerstandsfähigeren Sandsteine blieben stehen und bilden heute die auffälligen Felsrippen.
Der Großvaterfelsen ist aber kein einzelner Aussichtspunkt! Er ist einer der vielen tollen Plätze auf der Teufelsmauer, die sich über viele Kilometer durch das nördliche Harzvorland zieht. Zu den weiteren bekannten Abschnitten zählen das Hamburger Wappen bei Timmenrode und der Königstein bei Weddersleben. Die Felsen sehen interessanterweise ganz anders aus – mir haben sie aber gefallen.
Neben dem Großvaterfelsen gibt es in der Nähe auch einen Felsen, der Großmutterfelsen genannt wird. Eine besondere Sage, die ihre Entstehung eindeutig erklärt, gibt es nicht. Die Bezeichnungen sind überliefert. Wenn du die Gegend erkundest, lohnt es sich, nicht nur auf den Gipfel zu schauen. Die Sandsteinwände mit ihren Spalten und Kanten verändern ihr Aussehen mit dem Sonnenstand – ein Grund, warum der Felsen auch bei Fotografen beliebt ist.
Der Aufstieg zum Großvaterfelsen: kurze Strecke, anspruchsvolle Stufen
Der Zugang zum Großvaterfelsen beginnt in Blankenburg am Bereich Schnappelberg. Von dort erreichst du den Felsen über einen Wanderweg. Der Zustieg ist vergleichsweise kurz; der eigentliche Anspruch liegt im letzten Abschnitt. Denn der Aufstieg zum Gipfel führt über steile, direkt in den Fels gehauene Stufen. Dazu kommen unregelmäßige Tritte und Stellen, an denen du dich konzentrieren musst. Die Sicherungen mit Geländern und Griffmöglichkeiten helfen beim Aufstieg, machen den Weg aber nicht zu einem bequemen Spaziergang.
Du solltest deshalb trittsicher und schwindelfrei sein und feste Schuhe mit gutem Profil tragen. Bei Nässe können die Stufen rutschig werden. Auch wer sich auf Treppen normalerweise sicher fühlt, sollte den steilen Felsaufstieg nicht unterschätzen. Für kleine Kinder ist der Gipfelbereich nicht ohne Weiteres geeignet. Entscheidend sind das Alter, die Trittsicherheit und die Fähigkeit, sich an die Regeln auf dem schmalen Aufstieg zu halten. Wer unsicher ist, bleibt besser unten und genießt den Felsen vom Wanderweg aus.
Oben am Großvaterfelsen öffnet sich der Blick über Blankenburg. Auf dem Felsen befindet sich eine Wetterfahne aus dem Jahr 1998. Der Gipfel ist kein großer, ebener Platz, auf dem beliebig viel Raum zur Verfügung steht. Es ist nur eine kleine Fläche, die mit Geländer gesichert ist. Bleibe nicht zu lange hier, damit jeder dieses Panorama genießen kann. –> so geht die Großvaterfelsen Wanderung
Carl Löbbecke und der historische Löbbeckestieg
Der Großvaterfelsen ist auch mit der Geschichte des Wanderns in Blankenburg verbunden. Carl Löbbecke, der im 19. Jahrhundert als Bürgermeister von Blankenburg wirkte, ließ 1853 einen Kammweg anlegen, um den Zugang zu den markanten Felsen zu verbessern. Der Weg ist als Löbbeckestieg bekannt und gehört bis heute zu den reizvollen Wanderabschnitten der Teufelsmauer. Der Gratweg ist allerdings nicht mit einem breiten, einfachen Spazierweg zu verwechseln. Je nach Abschnitt führen schmale Pfade durch felsiges Gelände. Wenn du mehr über den Weg, seine Geschichte, die Felsformationen und die Anforderungen erfahren möchtest, findest du alle Details in meinem Beitrag zum Löbbeckestieg – dem Gratweg der Teufelsmauer.
Stempelstelle 76 der Harzer Wandernadel
Es kommen auch viele Sammler der Harzer Wandernadel zum Großvaterfelsen. In der Nähe des Felsens befindet sich nämlich die Stempelstelle 76. Für den Stempel musst du auch nicht ganz hinauf, soweit ich es gesehen habe. Sollte dir der Anstieg zu steil sein, kommst du auch so an deinen Stempel.
Der beste Ausgangspunkt für den Großvaterfelsen?
Ein guter Ausgangspunkt für den Besuch ist der Parkplatz am Schnappelberg in Blankenburg. Von dort gelangst du auf dem Wanderweg in Richtung Großvaterfelsen. Der Zustieg bis zum Felsen dauert ungefähr 15 bis 20 Minuten; für den steilen Gipfelaufstieg solltest du zusätzliche Zeit einplanen. Hier findest du alle Informationen zur Anfahrt, zu den Parkmöglichkeiten und zum Startpunkt: Parkplatz Teufelsmauer Blankenburg.
Karte Teufelsmauer Großvaterfelsen
Lohnt sich der Großvaterfelsen? Mein persönliches Fazit.
Ja, unbedingt – vor allem wegen der Aussicht und des überraschend alpinen Charakters. Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass sich der Großvaterfelsen so alpin anfühlt. Der Aufstieg über die Felsstufen und Eisentreppen ist deutlich spannender als ein normaler Wanderweg im Harz. Das hat uns gut gefallen. Oben stehst du auf dem Felsen und blickst über Blankenburg und die weite Landschaft, dahinter beginnt der Harz. Das lohnt sich also – anders sieht es bei der benachbarten Großmutter aus. Von ihr hatte ich mir nach dem schönen Großvaterfelsen mehr versprochen. Leider ist sie weitgehend zugewachsen und bietet längst nicht das gleiche Erlebnis wie der Großvaterfelsen. Daher kannst du dir meiner Meinung den Abstecher zur Großmutter sparen und deine Zeit lieber am Großvaterfelsen verbringen. Empfehlen kann ich dir aber noch meine Felsenerlebnisse rund um die Tyssaer Wände, die Rappenlochschlucht und den Stuibenfall.
Bilder Großvaterfelsen





Häufige Fragen zum Großvaterfelsen
Der Großvaterfelsen liegt am westlichen Ende der Teufelsmauer in Blankenburg im Harz, oberhalb der Stadt.
Der Felsen liegt auf ungefähr 317 Metern über dem Meeresspiegel. Diese Angabe bezeichnet die Höhenlage und nicht die Höhe der Felswand.
Ein beliebter Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Schnappelberg in Blankenburg. Von dort führt ein Wanderweg zum Felsen. Der letzte Aufstieg erfolgt über steile, in den Sandstein gehauene Stufen.
Vom Parkplatz am Schnappelberg dauert der Zustieg ungefähr 15 bis 20 Minuten. Für den Gipfelaufstieg, die Aussicht und Fotos solltest du zusätzliche Zeit einplanen.
Der Weg bis zum Felsen ist vergleichsweise kurz. Der letzte Abschnitt ist jedoch steil und felsig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind wichtig.
Der Zustieg ist grundsätzlich auch für Familien interessant. Der steile Gipfelaufstieg ist aber nicht für jedes Kind geeignet
Ja. In der Nähe befindet sich die Stempelstelle 76 der Harzer Wandernadel.
Ja, die beiden Felsziele lassen sich über längere Wanderungen verbinden. Die Strecke führt teilweise durch anspruchsvolles, felsiges Gelände.

