Die Teufelsmauer ist ein wirklich tolles Ziel zum Wandern im Harz. So hohe Felsen wie den Königstein, das Hamburger Wappen oder den Großvaterfelsen hätte ich hier nicht erwartet. Ich war dort und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser für einen Urlaub an der Teufelsmauer.
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Löbbeckestieg – der spektakuläre Gratweg der Teufelsmauer
Der Löbbeckestieg ist für mich der spannendste Abschnitte der Teufelsmauer im Harz. Hier wanderst du nicht einfach unterhalb der Felsen durch den Wald, sondern bewegst dich über weite Strecken direkt auf dem schmalen Felskamm. Du wanderst ganz oben im Sandstein zwischen den Felsen und an manchen Stellen fühlt sich die Wanderung richtig alpin an. Genau diesen Charakter hätte ich in dieser Landschaft nicht erwartet.
Der Gratweg verbindet den Großvaterfelsen bei Blankenburg mit dem Hamburger Wappen bei Timmenrode. Dazwischen liegt der schmale Pfad mit zerklüfteten Sandsteinfelsen. Der Weg ist ungefähr drei Kilometer lang. Du solltest allerdings trittsicher und schwindelfrei sein: Der Löbbeckestieg ist kein gemütlicher Waldspaziergang, sondern ein anspruchsvoller Gratweg mit teilweise ausgesetzten Passagen.



Was ist der Löbbeckestieg?
Der Löbbeckestieg ist der historische Kammweg auf der Blankenburger Teufelsmauer. Er verläuft auf dem felsigen Rücken des Heidelbergs und erschließt einen besonders reizvollen Abschnitt der Sandsteinformation. Anders als auf vielen anderen Wanderwegen bist du hier immer wieder unmittelbar zwischen den Felsen unterwegs. An manchen Stellen ist der Weg direkt in den Fels gehauen, andere Passagen führen über Wurzeln und steinigen Untergrund. Geländer und Sicherungen helfen an einzelnen Stellen, ersetzen aber keine Trittsicherheit.
Carl Löbbecke: Wer dem Gratweg seinen Namen gab
Hinter dem Namen steckt eine konkrete Person. Carl Löbbecke wurde 1809 in Braunschweig geboren und war von 1850 bis 1859 Bürgermeister von Blankenburg. Im Jahr 1853 ließ er einen Weg auf dem damals noch weitgehend unerschlossenen Kamm des Heidelbergs anlegen. Erst damit wurde es möglich, die markanten Felsen auf einer zusammenhängenden Route zu erkunden. Was heute ein beliebter Wanderweg ist, war damals eine außergewöhnliche Erschließung. Die Sandsteinformationen waren bis dahin nicht für Besucher zugänglich. Löbbecke ließ den Kammweg für Menschen herrichten, die die Landschaft erkunden wollten – also für jene Ausflügler, die man heute Wanderer und Touristen nennen würde.
Der Weg wurde später weiter verbessert. Der Harzklub Blankenburg baute ihn im frühen 20. Jahrhundert aus. So entwickelte sich aus dem historischen Kammweg ein Wanderziel, das bis heute den besonderen Reiz der Blankenburger Teufelsmauer ausmacht. An Löbbecke erinnert nicht nur der Wegname. Der nächste große Felsen hinter dem Großvaterfelsen trägt seinen Namen. Dort befindet sich eine gusseiserne Gedenktafel, die an den Bürgermeister und seine Rolle bei der Erschließung des Weges erinnert.
Die Felsen am Löbbeckestieg: mehr als nur ein schmaler Pfad
Wenn du den Löbbeckestieg wanderst, kommst du an mehreren Felsen vorbei. Sie heißen Turnerfelsen, Hohe Sonne, Fahnenfelsen, Schweinekopf, Teufelskessel, Zwergenhöhle und Ludwigsfelsen. Auf einige kannst du entlang des Weg genannt. Dazu kommen markante Stellen wie die Gewittergrotte und der Fuchsbau. Manche Felsen wirken wie Mauern, andere wie Türme oder natürliche Tore. Dazwischen liegen Spalten und kleine Höhlungen. Es lohnt sich deshalb, nicht nur auf den Boden vor den eigenen Füßen zu schauen, sondern auch die Felswände und ihre Formen wahrzunehmen – natürlich immer dort, wo du sicher stehen kannst und den Weg nicht blockierst.
Warum sich der Löbbeckestieg lohnt
Auf dem Löbbeckestieg erlebst du die Teufelsmauer aus nächster Nähe. Du wanderst zwischen den Sandsteinrippen, siehst die verwitterten Oberflächen und stehst an manchen Stellen direkt auf dem felsigen Rücken. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Ausblicke über das nördliche Harzvorland. Das Besondere ist der Wechsel zwischen engem Felsweg und freier Aussicht. Für mich ist dieser Weg so reizvoll: Du bist in einer Landschaft unterwegs, die ungewöhnlich felsig wirkt, obwohl du dich nicht im Hochgebirge befindest. Er hat mich sehr an die Schrammsteine erinnert, wo du auch über den Grat wandern kannst.
Wie schwierig ist der Löbbeckestieg?
Der Löbbeckestieg ist ein schmaler, teilweise ausgesetzter Gratweg. Der Untergrund besteht aus Fels, Steinen und Wurzeln. An einigen Stellen verläuft der Weg direkt auf dem Kamm, an anderen ist er in den Fels gehauen oder mit Sicherungen versehen. Du solltest deshalb trittsicher und schwindelfrei sein.
Bei trockenem Wetter ist der Weg für geübte Wanderer ein besonderes Erlebnis. Bei Regen, Nässe, Schnee oder Eis wird der felsige Untergrund deutlich anspruchsvoller. Auch wenn einzelne Passagen gesichert sind, ist der Löbbeckestieg nicht mit einem breiten, ebenen Wanderweg vergleichbar.
Für kleine Kinder ist der Gratweg nur bedingt geeignet. Entscheidend sind nicht allein das Alter, sondern die Erfahrung beim Wandern, die Trittsicherheit und der Umgang mit schmalen Wegen und ausgesetzten Stellen. Wenn du mit Kindern unterwegs bist, solltest du sie an schwierigen Passagen unmittelbar begleiten. Der Weg ist nicht barrierefrei und nicht kinderwagentauglich. Auch mit Hunden ist der Kammweg nicht gut geeignet.
Anfahrt und Parken für den Löbbeckestieg
Wenn du den Löbbeckestieg vom Großvaterfelsen aus wandern möchtest, ist Blankenburg der Ausgangspunkt. Der Parkplatz am Schnappelberg liegt in der Nähe des Zugangs zum Großvaterfelsen. Der andere Zugang der Wanderung liegt beim Hamburger Wappen in der Nähe von Timmenrode. Dort gibt es auch einen Parkplatz. Hier findest du die Details zu den Parkmöglichkeiten:
- Parkplatz Teufelsmauer Blankenburg
- Parkplatz Teufelsmauer Timmenrode
- Alle Parkplätze an der Teufelsmauer
Lohnt sich der Löbbeckestieg?
Ja – wenn du die Teufelsmauer wirklich erleben möchtest, ist der Löbbeckestieg für mich einer der lohnendsten Abschnitte. Die einzelnen Felsen sind zwar schon für sich sehenswert, aber erst auf dem Gratweg bekommst du ein Gefühl dafür, was die Teufelsmauer ausmacht. Besonders gut gefallen mir die engen, felsigen Passagen. Der Weg wirkt stellenweise überraschend alpin – eher wie im Karwendel oder im Nationalpark Triglav. Genau das macht ihn so besonders – allerdings solltest du dich davon nicht zu einer Wanderung verleiten lassen, für die dir die nötige Trittsicherheit fehlt.
Wenn du nur einen kurzen Ausflug planst, kannst du den Großvaterfelsen oder das Hamburger Wappen jeweils einzeln besuchen. Wenn du dagegen gern auf schmalen, felsigen Wegen wanderst und dir eine anspruchsvollere Strecke zutraust, würde ich den Löbbeckestieg bevorzugen. Hier ist nicht nur das Ziel interessant, sondern der Weg selbst. Weitere Informationen zu den Felsen, Wanderungen und Zugängen findest du auf meiner Übersichtsseite Teufelsmauer im Harz.
Häufige Fragen zum Löbbeckestieg
Der Löbbeckestieg verläuft auf dem Kamm der Blankenburger Teufelsmauer im Harz. Er verbindet den Großvaterfelsen bei Blankenburg mit dem Hamburger Wappen bei Timmenrode.
Carl Löbbecke war ein Kaufmann und Bankier und von 1850 bis 1859 Bürgermeister von Blankenburg. Er ließ 1853 den Kammweg anlegen, der heute seinen Namen trägt.
Der Weg wurde nach Carl Löbbecke benannt, der seine Anlage im Jahr 1853 veranlasste. Auch ein Felsen entlang der Route erinnert mit seinem Namen an ihn.
Entlang des Weges liegen unter anderem der Löbbecke-Felsen, der Turnerfelsen, die Hohe Sonne, der Fahnenfelsen, der Schweinekopf, der Teufelskessel und der Ludwigsfelsen.
Ja, der Gratweg lässt sich mit Wegen unterhalb der Teufelsmauer kombinieren.
Ja, der Weg gehört zum Teufelsmauerstieg.

